Best Practice Recruiting:


So bekommst Du Bewerber für Dein Stellenangebot

Alle Welt redet vom Fachkräftemangel. Auch unsere Kunden fragen uns immer wieder, wie sie mehr qualifizierte Bewerbungen auf ihre Stellenangebote bekommen. Mag sein, dass sich die Anzahl der brauchbaren Bewerbungen auf eine Stellenanzeige im Vergleich zu früher reduziert hat. Das heißt aber nicht, dass es keine motivierten und qualifizierten Mitarbeiter gibt. Denn es gibt sie. Sie arbeiten nur nicht bei Dir. Und das hat einen Grund. Meistens jedoch mehrere.

In diesem Beitrag haben wir mal ein paar Aspekte zusammengetragen und an Hand eines Beispiels beschrieben, wie erfolgreiches Recruiting funktionieren kann. Viel Spaß beim Lesen!

Bus sucht Fahrer – die Ausgangssituation.

Nees VIP Line ist ein Mobilitätsdienstleister für den gehobenen Personenverkehr. Das Unternehmen unterhält luxuriös ausgestattet VIP-Fahrzeuge, wie Sprinter und Busse für Messen, Events und Shuttleservices. Als Nees VIP Line die Ausschreibung für eine VIP-Buslinie in Frankfurt gewann, stellte man fest: Uns fehlen vier Fahrer für diese anspruchsvolle Aufgabe!

Die flugs von Nees in Eigenregie bei indeed geschaltete Anzeige bliebt erfolglos. Also musste eine Kampagne her, die möglichst schnell für motivierte Bewerber sorgen sollte. Die Zeit drängte, schließlich stand der Beginn des Auftrages unmittelbar bevor.

1. Weiß die Zielgruppe, dass es Dich gibt und was Du suchst?

In Stellenportalen sind in erster Linie diejenigen unterwegs, die aktiv nach einem neuen Job suchen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation – nahezu Vollbeschäftigung! – solltest Du Deine Suche auf die latent Wechselwilligen ausrichten. Also auf jene, die nicht aktiv suchen, aber wechseln würden, wenn sie etwas Besseres fänden. Stelle Dir deshalb folgende Fragen: „Habe ich es allen gesagt?“ und „Bin ich dort, wo sich meine Zielgruppe aufhält?“

Für Nees VIP Line musste in dieser Hinsicht definiert werden, wo die Fahrer von morgen unterwegs sind. Klar war nur: in einem Bus. Da lag es nahe, einfach an zentralen Orten in Frankfurt Großflächenplakate aufzuhängen. Allerdings benötigte diese Variante zu viel Vorlauf. Und Zeit hatten wir keine. Zunächst musste es also eine aussagekräftige Stellenanzeige richten, in der alle Vorteile und Abläufe gut beschrieben waren.

Im nächsten Schritt wurde das Stellengesuch mit gezielten Kampagnen an interessierte User ausgespielt. Neben den Kampagnen wurde die Anzeige in Foren und geschlossenen Facebook Gruppen – speziell für Busfahrer – geteilt. Selbstverständlich fand sich die Anzeige auch auf indeed und der unternehmenseigenen Website.

2. Ist das Angebot attraktiv?

Gibt man bei indeed in die Suchmaske den Begriff "Busfahrer" und den Ort "Frankfurt am Main" ein, finden sich mehrheitlich sehr karge Stellenanzeigen. Sofort fällt auf, dass die Bezahlung eine entscheidende Rolle spielt. Sie ist in den meisten Fällen einfach zu schlecht und sicherlich auch ein Grund für eine erhöhte Fluktuation. In vielen Ausschreibungen findet sich ergo eine Angabe des Stundenlohnes, den der Bewerber erwarten kann. In einem Beispiel haben wir sogar mehrere Beispielrechnungen gesehen – also eine Antwort auf die Frage: Welches Nettogehalt habe ich bei welcher Steuerklasse am Ende des Monats übrig? Jene Anbieter, die außer dem Gehalt noch etwas zu bieten haben, wie z. B. Sozialleistungen und gute Bewertungen von bestehenden oder ehemaligen Mitarbeitern, stechen sofort aus der Vielzahl von Angeboten heraus.

Prüfe also genau, ob es auch hinsichtlich des Wettbewerbes attraktiv ist, bei Dir zu arbeiten. Das Gehalt ist dabei nur eine Größe. Trotzdem gilt: Wer Standard zahlt, bekommt auch nur Standard. Du solltest also bereit sein, die Stelle attraktiv zu machen. Zum Beispiel, indem Du das Gehalt anhebst, die Arbeitszeiten arbeitnehmerfreundlicher gestaltest oder Dir überlegst, warum es außerdem attraktiv ist, bei Dir zu arbeiten. Tipp: Frage einfach die Mitarbeiter, die heute schon gerne bei Dir arbeiten. Hier bekommst Du gute Ideen für erfolgreiches Recruiting.

Bei Nees VIP Line, um bei unserem Beispiel zu bleiben, gibt es eine lange Liste von Gründen, für die es sich lohnt, dort zu arbeiten. Angefangen beim besten Team der Welt, der klaren Regelung der Arbeitszeiten, den angenehmen Fahrgästen über die gute Qualität und Ausstattung der Fahrzeuge bis hin zur persönlichen und finanziellen Wertschätzung – allesamt Dinge, die in dieser Branche nicht selbstverständlich sind.

3. Wie viel Zeit und Energie investierst Du?

Bedenke: Wachstum für Dein Unternehmen kommt über mehr bzw. neue Mitarbeiter. Tust Du wirklich alles dafür, um dieses Potenzial zu heben? Wie viele Bewerbungen bekommst Du pro Tag? Und wie viele davon münden pro Tag in ein Vorstellungsgespräch?

4. Die perfekte Stellenanzeige

Jede Stellenanzeige beginnt mit der Zielsituation und den Vorteilen für den Arbeitnehmer. Schreibe, was Du zu bieten hast, welche Aufgaben der Arbeitnehmer hat und wie der Tagesablauf der Stelle ist. Erläutere den Ablauf des Bewerbungsverfahrens und erwähne auf jeden Fall, dass Du Bewerbungen vertraulich behandelst.

Vermeide allgemeine Floskeln. Schreibe stattdessen, was genau Du zu bieten hast – also statt „Es erwartet Sie ein moderner Fuhrpark mit exklusiven Fahrzeugen“ eher „Ihr eleganter Mercedes-Sprinter mit Recaro-Ledersitz und Hifi-Anlage wartet auf Sie“.

Mit anderen Worten: Werbe für Dein Unternehmen, mach es interessant und den Interessenten neugierig. Behandle Deine potenziellen Bewerber so, als seien sie Deine Kunden. Dann ergeben sich der Tonfall und die Ansprache ganz von selbst. Ebenso wie Deine Personalsorgen.

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5. Butter bei die Fische: So haben wir’s gemacht

Video schlägt Bild, heißt: Werbeanzeigen mit bewegten Bildern erzielen auf Facebook in den meisten Fällen bessere Ergebnisse als Fotos. Diese Social-Media Weisheit ist uns natürlich bekannt. Trotzdem wollten wir einen wasserdichten Vergleich. Deshalb wurden die Creatives – also die Werbeanzeigen –in den Formaten Bilder und Videos erstellt und an unterschiedliche Zielgruppen ausgespielt.

Das Problem im Vorfeld war nur: Für einen Videodreh mit dem Kunden hatten wir keine Zeit. Eine schnelle Lösung musste her. Also stellten wir ein Kurzvideo aus animierten Bildern von Nees zusammen (Bilder der Fahrzeuge in Frankfurt, Bilder der Busfahrer etc.). Klar, dass solche Bilder keine verpixelten Handy-Schnappschüsse sein können, da braucht es schon Profimaterial. Vorausschauend wie wir sind, hatten wir für die Website von Nees bereits in der Vergangenheit professionelle Fotos geschossen. Aus diesem reichhaltigen Pool an Bildmaterial bauten wir nun unser Video zusammen. Die Vorteile, warum es sich lohnt, bei Nees zu arbeiten durften in den Facebook Anzeigen natürlich nicht fehlen – wir packten sie kurz und prägnant in den Beschreibungstext der Anzeige.

Wie zu erwarten, performte das Kurzvideo dann auch wesentlich besser als das einzelne Foto: Es erzielte mehr Klicks auf die Stellenanzeige und insgesamt eine größere Reichweite.

Aber wer bekam die Anzeigen zu sehen? Nun, die Zielgruppen ergaben sich zum einen aus den detaillierten Targetingoptionen von Facebook auf Basis von Interessen, Standorten, demografischen Daten und Verhaltensweisen. Konkret bedeutet das in unserem Fall: Die Anzeigen wurden Personen ausgespielt, die im Raum Frankfurt wohnen, 25 – 60 Jahre alt sind und gerne hinterm (Omnibus-) Steuer sitzen. Also Leute, die bei Facebook Interessen wie „Omnibus“ oder z. B. als Berufsbezeichnung „Chauffeur“ oder „Busfahrer“ angegeben hatten.

Zusätzlich nutzten wir vorhandene Kundendaten, um sogenannte Lookalike Audiences, d. h. Zwillings-Zielgruppen zu bilden. Facebook spielte die Anzeigen also Personen aus, die ähnliche Interessen und Eigenschaften haben, wie beispielsweise Personen, die die Website von Nees besucht oder deren Facebook Seite geliked haben. Zuvor bauten wir das Facebook Pixel ein, um die entsprechenden Daten nutzen zu können. Die Ergebnisse hier waren sehr gut – trotz der relativ geringen Datenmenge, die uns zur Verfügung stand, da das Pixel erst seit einigen Tagen Daten generierte.

6. Bäng! Über 45.000 Kontakte! Fast 700 Klicks!

Die Social-Media Kampagne von Nees VIP Line schlug ein wie eine Bombe. Sie erreichte insgesamt 45.680 User auf Facebook und Instagram. 663 Personen klickten die Stellenanzeige auf der Website an – da sieht man einmal, wie viele interessierte oder besser: frustrierte Busfahrer es in unserer Region gibt. Kalt ließ die Kampagne auch niemanden, schließlich wurden insgesamt 15.606 Beitragsinteraktionen verzeichnet.

Eigentlich überflüssig zu erwähnen: Der Aufwand einer konzertierten Kampagne – also die Stellenanzeige bei indeed und auf der Nees-Website sowie die Social-Media Kampagne auf Facebook/Instagram – hat sich voll gelohnt: Es gab 23 (!) Bewerbungen, und vier der Personen sind jetzt stolze Nees VIP Line Chauffeure. Und zwei der eingestellten Personen sind nach eigenen Angaben via Instagram und Facebook auf die Stelle aufmerksam geworden.

Brauchst Du auch (mehr) Bewerber für Dein Stellenangebot?

Die sozialen Medien sind für die Gewinnung von Fachkräften das, was der Turbolader für den Busdiesel bedeutet. Sie sorgen für enorme Schubkraft und sind in Kombination mit klassischen Methoden schlicht unverzichtbar. Deshalb: Steig ein in die innovative Form der Personalwerbung und löse Deine Personalprobleme. Wir begleiten Dich gerne dabei. Ruf uns an oder schreib uns für ein kostenloses Strategiegespräch.